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Schweregrade der COPD

Schweregrade der COPD

24.04.2019 in Wissenswertes

Gemäß der internationalen GOLD-Leitlinie [Global Initiative for Obstructive Lung Disease] wird die COPD nun in vier Gruppen (A – D … siehe nachfolgende Abbildung) eingeteilt. Dies erweitert die bisherige Schweregradeinteilung I – IV nach GOLD, die nur auf den FEV1-Werten der Lungenfunktion basierte. Die Komplexität der Erkrankung wird durch das Berücksichtigen des Exazerbationsrisikos und der individuellen Symptomatik besser abgebildet.

Erklärung der einzelnen Kategorien: Achse Links: Lungenfunktion Auf der linken Achse befindet sich die bisherige Klassifikation der COPD nach dem in der Lungenfunktion ermittelten FEV1-Wert (GOLD I-IV). Die Schweregrade sind in der nachfolgenden Tabelle aufgelistet. Weiterführende Informationen zur Lungenfunktion finden Sie in dem Link zur „Lungenfunktion“.

FEV1: forciertes exspiratorisches Volumen in einer Sekunde (Einsekundenkapazität), gemessen nach Inhalation eines atemwegserweiternden Medikaments. Diese auch als Einsekundenluft bezeichnete Größe der Lungenfunktion entspricht der Luftmenge, die mit aller Kraft und möglichst schnell innerhalb einer Sekunde ausgeatmet werden kann. VK: inspiratorische Vitalkapazität; respiratorische Insuffizienz: arterieller O2- Partialdruck unter 60 mmHg mit oder ohne arteriellen CO2-Partialdruck über 45 mmHg bei Atmen von Raumluft auf Meeresniveau. Der Begriff „respiratorische Insuffizienz“ ist in der Datei Blutgasanalyse weiter ausgeführt. Weitere Informationen finden Sie auch in der Datei Lungenfunktion.

Achse „unten“: Symptome

In dieser Achse werden die Symptome und damit die Einschränkung durch die COPD aus Patientensicht gewertet (so genannte PRO`s: Patient Reported Outcomes). Erfasst werden diese durch den Fragebogen CAT oder eine globale Einschätzung der Atemnnot (mMRC-Skala).

CAT

Der COPD Assessment Test (CAT) besteht aus acht Fragen (siehe nachfolgende Abbildung). Der erreichte Punktwert kann zwischen 0–40 liegen. Je niedriger dieser sogenannte Score, desto weniger ist der Alltag durch die COPD beeinträchtigt.

MMRC-Score

Alternativ zum CAT kann die Modified Medical Research Council (MMRC-)Dyspnoeskala verwendet werden. Mit ihr wird die Atemnot beurteilt.

Rechte Achse:

Exazerbationsrisiko Exazerbationen (von Patienten häufig als Infekt bezeichnet) sind akute Verschlechterungen der stabilen COPD. Eine praktikable Definition der akute Exazerbationen einer COPD beinhaltet das akute Eintreten von Atemnot, Husten, Auswurf, eine akute aber anhaltende (> 24 Stunden) Verschlechterung dieser Symptome (welche das Maß der von Tag zu Tag vorliegenden Schwankungen übersteigt), thorakale Beklemmung und/oder Fieber und die Notwendigkeit der Intensivierung der (medikamentösen) Therapie. Exazerbationen sind von hoher klinischer Relevanz, da Sie mit einer erhöhten Sterblichkeit [Mortalität] und einer starker Verringerung der Lebensqualität verknüpft sind. Allgemein scheinen Exazerbationen alle Veränderungen bei COPD massiv zu beschleunigen.

Allgemeine Interpretation des Schemas:

Zur Festlegung des „Schweregrads“ gilt die individuelle „Gesamtkonstellation“. Es zählt immer der höchste Risikoparameter. Beispiel: Die Lungenfunktion ist noch gut und z.B. GOLD II. Gleichzeitig aber liegen mehr als 2 Exazerbationen pro Jahr vor. Der Schweregrad wäre somit D.