Welcher Atemtrainer ist der richtige für mich und wo liegen die Unterschiede?
Warum ist Atemtraining sinnvoll?
Atemtraining stärkt gezielt die Atemmuskulatur und unterstützt die Lungenfunktion. Das ist hilfreich bei Atemwegserkrankungen wie COPD oder Asthma, nach Operationen oder bei neurologischen Erkrankungen. Aber auch Sportler:innen und Musiker:innen profitieren von einer stärkeren Atemkontrolle und mehr Atemvolumen.
Vorteile von Atemtraining:
- Weniger Atemnot und Kurzatmigkeit
- Mehr Ausdauer im Alltag und beim Sport
- Bessere Hustenfunktion und Schleimlösung
- Stärkung von Zwerchfell und Zwischenrippenmuskulatur
- Bessere Atemkontrolle für Musiker:innen und Sänger:innen
Beispiel: Ein:e Sänger:in kann durch gezieltes Training längere Atemphasen halten, während eine COPD-Patientin nach einigen Wochen mit einem IMT-Training spürbar leichter Treppen steigen kann.
Arten von Atemtrainern
1. Inspiratorisches Muskeltraining (IMT) (wie z.B. POWERbreathe Plus, POWERbreathe Classic)
- Ziel: Stärkt die Einatmungsmuskulatur, insbesondere das Zwerchfell.
- Training: Gegen einstellbaren Widerstand.
- Beispiel: Täglich 2 Sets mit je 30 schnellen, kräftigen Einatmungen.
- Geeignet für: COPD, Asthma, Sportler:innen, Blasmusiker:innen und Sänger:innen, die eine bessere Atemkontrolle möchten.
2. Exspiratorisches Muskeltraining (EMT) (wie z.B. POWERbreathe EX1)
- Ziel: Kräftigt die Ausatmungsmuskulatur und verbessert die Hustenfunktion.
- Training: Kontrolliertes Ausatmen gegen Widerstand, z. B. mit dem POWERbreathe EX1
- Beispiel: 5 Sets mit je 5 kräftigen Ausatmungen, zwischen denen Pausen gemacht werden.
- Geeignet für: Neurologische Erkrankungen, Schluckstörungen, Musiker:innen mit Fokus auf stabile Atemführung.
POWERbreathe EX1
3. Volumenorientierte SMI-Atemtrainer (wie z.B. Coach2 Plus, Cliniflo, Smile)
- Ziel: Steigern das Atemvolumen und fördern eine tiefe Atmung
- Training: Nutzer:innen atmen lange und tief ein, um einen Kolben oder eine Kugel in einer bestimmten Position zu halten.
- Beispiel: Nach einer Operation atmet ein Patient mit einem volumorientierten Gerät, um die Lunge zu belüften und Verschleimungen zu verhindern.
- Geeignet für: Postoperative Rehabilitation, Atemschulung und alle, die ein größeres Atemvolumen entwickeln möchten.
Atemtrainer SMILE
4. Floworientierte SMI-Atemtrainer (wie z.B. Tri-Ball, Respipro, RespirOn)
- Ziel: Verbessern den Atemfluss und trainieren die Atemgeschwindigkeit.
- Training: Gleichmäßiges Ein- oder Ausatmen, um einen konstanten Luftstrom zu erzeugen.
- Beispiel: Ein:e Musiker:in übt täglich 5–10 Minuten mit einem Flowtrainer, um Atemrhythmus und -stabilität zu verbessern.
- Geeignet für: Asthma, chronische Bronchitis, Sportler:innen und Musiker:innen.
Atemtrainer TRI-BALL
5. Schleimlösende Geräte (PEP und OPEP) (wie z.B. POWERbreathe Shaker und Flutter)
- PEP (Positive Expiratory Pressure): Baut einen positiven Ausatmungsdruck auf und hält Atemwege offen.
- OPEP (Oscillating PEP): Erzeugt zusätzlich Vibrationen, die Schleim in den Bronchien lösen.
Beispiel: Der Shaker Classic ist ein OPEP-Gerät. Beim Ausatmen entstehen Vibrationen, die festsitzenden Schleim lockern. 2–3 Anwendungen pro Tag mit je 10–15 Atemzügen können bereits helfen.
Geeignet für: Mukoviszidose, chronische Bronchitis, Patient:innen mit starker Verschleimung.
Shaker Classic
Atemtraining für Sportler:innen und Musiker:innen
Atemtrainer sind auch für gesunde Menschen interessant.
Sportler:innen: Atemtraining verbessert die Sauerstoffaufnahme und reduziert die Atemermüdung bei hoher Belastung. Läufer:innen, Radfahrer:innen oder Schwimmer:innen berichten von mehr Ausdauer und schnelleren Erholungszeiten.
Musiker:innen und Sänger:innen: Atemtrainer helfen, den Luftstrom stabil zu halten und das Atemvolumen zu erhöhen. Dadurch können längere Töne sauber gespielt oder gesungen werden.
Welcher Atemtrainer passt zu Ihnen?
Einatmung trainieren? IMT ( z.B. POWERbreathe Plus und Classic)
Ausatmung und Husten verbessern? EMT (z.B. POWERbreathe EX1)
Atemvolumen steigern? Volumenorientierte SMI-Trainer (z.B. Smile)
Atemfluss kontrollieren? Floworientierte SMI-Trainer (z.B. Tri-Ball)
Schleim lösen? PEP- oder OPEP-Geräte (z. B. Shaker Classic)
Eine individuelle Beratung durch Ärzt:innen oder Therapeut:innen ist empfehlenswert, um das passende Gerät und die richtige Trainingsmethode auszuwählen.
Fazit: Warum Atemtraining immer sinnvoll ist!
Atemtraining ist nicht nur eine Unterstützung bei Krankheiten, sondern auch eine effektive Präventionsmaßnahme. Mit wenig Zeitaufwand – oft reichen schon wenige Minuten täglich – lassen sich Atemkraft, Atemkontrolle und Lungenfunktion deutlich verbessern. Das Training fördert nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit, sondern steigert auch das Wohlbefinden im Alltag. Egal, ob Sie Patient:in, Sportler:in oder Musiker:in sind: Ein gezieltes Atemtraining lohnt sich immer, um die Atmung effizienter, kräftiger und gesünder zu machen.